Ring*Con 2004 

                    
    
Es ist halb acht am Morgen des 29.Oktobers 2004 und ich sitze im Zug nach Bonn. Wie es der Zufall so will, sitzt mir gegenüber ein Fan, der schon das dritte Mal zur Ring*Con fährt und mir einige wichtige Infos geben kann. Praktischerweise hat sie Englisch studiert und hilft mir bei der Ausformulierung eines Briefes an Billy. Als ich ihr den langen Fanbrief zeige, ist sie total beeindruckt.

Nach knapp zwei Stunden bin ich endlich in Bonn angekommen. Schon auf dem Weg zum Hotel begegnen mir einige Mädchen in langen Gewändern.
Der erste Blick auf das Hotel ist fantastisch: Das Maritim ist einfach riesig. Schon von weitem sehe ich, wie die Fans zum Hotel strömen.
Ich betrete das Hotel und fühle mich sofort wie ein Star. Das Foyer ist schön hergerichtet und eines Luxushotels würdig. 
Ich stelle mich in die Schlange, um an der Rezeption "Zum Tänzelnden Pony" meine Eintrittskarte abzuholen. Währenddessen sehe ich mich ein wenig um. Das 5-Sterne-Hotel Maritim hat 13 Säle, einige Geschäfte, einen Friseur, einen Maniküre Salon, ein Hallenbad mit Sauna und ein Fitness Center.
Endlich bin ich an der Reihe. Ich bekomme ein Plastikband um den Arm mit dem Hinweis es nicht abzunehmen, da ich sonst nicht mehr auf die Convention darf. Außerdem bekomme ich eine Stofftasche mit dem offiziellen Programmheft. Dann geht es durch das "Tor von Moria" in die Convention. Schnell stelle ich fest, dass sämtliche Workshops bereits überfüllt sind und sehe mich erstmal ein bisschen um. Unzählige Händler sind angereist und bieten eine Vielzahl von Fanartikeln an: Autogramme und Fotos, Kostüme und Gewänder, Messer und Schwerter, Tassen, T-Shirts, Geschenke und Schmuck, Bücher und Zeitschriften aus der ganzen Welt und sogar ein Reiseveranstalter, der Rundreisen durch Neuseeland anbietet. Glücklich ist, wer genug Geld dabei hat. Das Autogramm von Orlando Bloom kann schon mal 300 €  kosten und auch die Schwerter sind alles andere als preiswert.
Nach einem Blick in das Programmheft besuche ich spontan den Vortrag von Helmut Pesch über das 4.Zeitalter in Mittelerde, was wirklich interessant ist. Dann mache ich mich auf den Weg zum Saal Valinor, wo gleich ein Panel mit Jorn und Jarl Benzon stattfinden wird.
Der gewaltige Saal fasst rund 3500 Sitzplätze und ist der größte im Maritim. Ich suche mir einen Platz möglichst weit vorn und warte gespannt auf Jorn und Jarl. 
Gut gelaunt erzählen die ungleichen Brüder von den Dreharbeiten in Neuseeland. Jorn ist der ältere und eindeutig der lebhaftere der beiden Dänen. Jarl ist eher zurückhaltend und und wartet erstmal, wie die Fans auf ihn reagieren. Während Jorn im letzten Jahr schon auf der Ring*Con war, ist Jarl das erste Mal in Bonn.
Die Brüder wuchsen in Dänemark auf und leben heute in Neuseeland. Vor "Der Herr der Ringe" besuchte Jorn die Hochschule und nahm die verschiedensten Jobs an. Jarl dagegen ist ein leidenschaftlicher Künstler, weshalb er am Set gut mit Viggo klar kam.
Viel zu schnell geht das Panel mit den beiden zu Ende. Als Nächstes betritt Sandro Kopp die Bühne. Der einzige Deutsche unter den Schauspielern erzählt von betrunkenen Uruk-Hai, langwierigen Aufnahmen und seinem Idol Sir Ian McKellen.
Sandro ist in Deutschland aufgewachsen und war schon immer ein Fan von fantastischen Geschichten und Science Fiction. Seit 1999 arbeitet er als freier Künstler und Schauspieler. Ein Jahr darauf findet er eine neue Heimat in Neuseeland. Heute lebt er in Wellington und unterrichtet gelegentlich an der TLC, der größten Kunsthochschule Neuseelands.
In seiner Freizeit zeichnet er gern und viel und hat während der Dreharbeiten in Neuseeland eine Vielzahl von Zeichnungen von seinen Kollegen angefertigt (siehe www.sandro-kopp.com ).
Sandro schlüpfte während der Filme in neun verschiedene Rollen, doch kann sich kaum einer im Saal daran erinnern, ihn jemals auf der Leinwand entdeckt zu haben. Trotzdem hat er schon einen offiziellen Fanclub und seit der Ring*Con 2004 sicher eine große Fangemeinde. 
Die Zeit vergeht wie im Flug und viel zu schnell geht das Panel zu Ende. Danach kommt Paul Norell. Der Neuseeländer hat unter anderem den Geisterkönig gespielt. In schnellem Englisch erzählt er von den Aufnahmen für den dritten Film.
Paul spielte bereits in unzähligen neuseeländischen Fernsehproduktionen, darunter die preisgekrönte Serie "Street Legal". Außerdem steht er oft auf der Bühne und spielte unter anderem Graf Dracula.
Nach dem Panel hole ich mir schnell was zu Essen, bevor die Opening Ceremony beginnt. Das Maritim denkt an uns und versorgt die Fans rund um die Uhr mit Essen. Sie scheinen den ganzen Tag mit Kochen beschäftigt zu sein, immer wieder füllen sie das Buffett nach. Heute gibt es leckere Hamburger mit einigen Beilagen.
Als ich gegessen habe, geht es schon fast wieder los. Langsam füllt sich der Saal. Da ich mich recht spät angemeldet habe, sitze ich leider ziemlich weit hinten; trotzdem kann ich die Bühne gut sehen.
Bald taucht der Master of Ceremony Marc B. Lee auf der Bühne auf und begrüßt die Fans auf der Ring*Con 2004.
Bevor die Experten und natürlich die Stars vorgestellt werden, gibt es verschiedene Showeinlagen von begabten Fans und anderen Künstlern. Außerdem werden einige lustige Kurzfilme, gedreht von Fans, auf der Großleinwand gezeigt. Zum Schluss erscheint ein kurzer Hinweis, dass wir während der Panels nicht nach Autogrammen, Umarmungen, Küssen oder Zimmernummern fragen sollen.
Gegen Ende kommen nacheinander alle mehr oder weniger bekannten Gäste auf die Bühne, um sich vorzustellen und einige Worte an die Fans zu richten, angefangen bei den Tolkien-Experten bis hin zu den Schauspielern.
Die Einführung von Marc B. Lee erinnert eher an einen Boxkampf; dennoch werden sämtliche Gäste von den Fans mit Applaus bedacht.
Wie es sich für einen König gehört, kündigen einige Rohankrieger das Kommen von Bernard Hill an. Der Brite klärt uns auch gleich darüber auf, das Billys Flieger Verspätung hatte und er deswegen nicht weiß, ob er es noch rechtzeitig geschafft hat.
Doch Entwarnung: Als Billy Boyd die Bühne betritt, rasten die Fans völlig aus (ein Fußballstadion ist nichts dagegen). Billy dagegen wirkt ziemlich ahnungslos, was er hier überhaupt soll. Fast ein wenig verwirrt schaut er sich um. Die Veranstalter scheinen ihn nach seiner Ankunft sofort raus auf die Bühne geschickt zu haben, Billy ist weder geschminkt noch umgezogen. Dann begrüßt er die Fans und sagt, dass er sich freut, hier zu sein. Er erzählt, dass seine Reisetasche nicht in Deutschland angekommen ist und es deswegen einige Probleme am Flughafen gab. Dann verschwindet er wieder hinter der Bühne.
Auf die Opening Ceremony folgt das erste Panel mit Billy. Bevor er sich den Fans der Fans stellt, bedankt sich ein Mädchen in langen Gewändern, dass Billy es geschafft hat, zu kommen und meint, er könne ihnen alles über sich und "Der Herr der Ringe" erzählen, weil die Fans alles über ihn und die Dreharbeiten wissen wollen.
Zu Beginn ist Billy ein wenig zurückhaltend und wartet erstmal ab, wie die deutschen Fans auf ihn reagieren. Als er spürt, dass wir ihn gern haben, legt er richtig los.
Stets freundlich und höflich, beantwortet er alle Fragen ausführlich und bedankt sich bei jedem Fan, dass er gekommen ist. Erst als ihn jemand auffordert, sein Lied aus die "Die Rückkehr des Königs" live auf der Bühne zu singen, verweigert er sich; auch der Aufforderung, seine elbische Tätowierung zu zeigen, kommt er lieber nicht nach.
Billy ist ein Meister der Ausreden: Er erzählt, dass eine Liste besteht, auf der die Gefährten aufgeführt sind. Wer sein Tatoo zeigt, würde aus dieser Liste gestrichen und aus dem Bündnis ausgeschlossen ; )
Die meisten Fans sind beherrscht und stellen keine allzu privaten Fragen. Stattdessen erzählt Billy interessante und amüsante Geschichten vom Set.
Viel zu schnell geht das Panel zu Ende. Da ich sehr erschöpft bin, entscheide ich mich, ins Hotel zurückzufahren. Doch ich bin viel zu aufgeregt, um zu schlafen. Ich lese das ganze Programmheft durch und lege mich um 1 Uhr nachts ins Bett. 
Am nächsten Morgen stehe ich früh auf, um halbwegs pünktlich ins Hotel zu kommen. Ich brauche fast zwei Stunden, um meine Hobbitohren anzulegen. Beim Frühstück treffe ich auf andere Fans, die sich über den letzten Tag unterhalten.
Kurz nach 11 Uhr treffe ich im Hotel ein und gehe in das Panel mit Bernard Hill. Gut gelaunt erzählt er von Neuseeland und den anderen Schauspielern in der Trilogie. Schnell wird klar, dass er Viggo und Miranda gut leiden kann, während er von Sean Astin nicht viel hält ("Der lügt doch, wenn er den Mund aufmacht !"). Das Talent des Jungstars Orlando Bloom scheint ihn auch nicht überzeugt zu haben ("Wenn ich er wäre, würde ich erstmal ans Theater gehen, um zu lernen, wie man ein anständiger Schauspieler wird !"). Er erzählt von den Dreharbeiten eines früheren Films, die ihn Afrika stattfanden. Aus seinen Erzählungen lässt sich leicht herauszulesen, dass er sich mit Hauptdarsteller Michael Douglas nicht allzu gut verstanden hat. 
Die Präsenz, die Bernard an den Tag legt, beeindruckt die Fans tief und sein Humor bringt uns immer wieder zum Lachen.
Gleich nach dem Panel eilt Bernard zur Fotosession. Die Schlange ist nicht allzu lang und bald bin ich dran. Bernard ist sehr höflich und zuvorkommend und freut sich ehrlich über jeden Fan. Ich zittere noch immer vor Aufregung, als ich wieder rauskomme.
Dann mache mich auf den Weg zum zweiten Panel mit Sandro Kopp. Ich lausche noch einen Augenblick dem Streitgespräch über die Verfilmungen, bis Sandro leicht verspätet, aber bestens gelaunt die Bühne betritt. 
Wegen des großen Interesses der Fans an seinen Zeichnugen hat er seinen Bruder gebeten, seine Bilder mitzubringen. Während des Panels erscheinen nacheinander rund 150 brillante Zeichnungen auf der Großleinwand.
Sandro selbst erscheint barfuß und in einem langen Gewand, um sich zum zweiten Mal den Fragen der Fans zu stellen. 
Auf die Frage, wie er zur Ring*Con gekommen ist, antwortet Sandro, er habe einfach mal nachgefragt, ob sie ihn gebrauchen können. Genauso kam der Deutsche übrigens auch zu seinen Rollen in der Trilogie - er hat einfach mal nachgefragt ...
Nach dem Panel schaue ich kurz ins Konzert von Shelmish, dann esse ich etwas zu Mittag. Später laufe ich nochmal über den Händlermarkt und bin in kürzester Zeit 50 €  los. Am meisten beeindruckt mich die Vielfalt der Autogramme und Fotos: Es gibt nicht bloß welche von Elijah & Co. - von Charlize Theron bis Christopher Reeve ist alles dabei, was in Hollywood Rang und Namen hat.
Am frühen Abend beginnt die Fotosession mit Billy. Angesichts der langen Schlange rechne ich mir keine großen Chancen aus, trotzdem stelle ich mich an. Die Schlange wird immer länger und die Fans zunehmend unruhiger. Während wir anstehen, rennen Mark und Craig an uns vorbei zu ihrem Panel, dass ursprünglich eine Stunde hätte dauern sollen und durch eine Zeitverzögerung auf fünfzehn Minuten gekürzt worden war.
Während ich hochrechne, dass ich angesichts der mehreren hundert Fans vor mir theoretisch gar nicht mehr drankommen kann, geht es langsam voran.
Kurz bevor ich an der Reihe bin, unterhält sich das Mädchen vor mir kurz mit Billy. Nicht das wir anderen Fans deswegen böse gewesen wären (wir können sie ja verstehen !). Trotzdem geht sofort ein Mitarbeiter dazwischen. Nach anderthalb Stunden bin ich endlich dran. Ich bin super aufgeregt und versuche, trotzdem Ruhe zu bewahren. Billy lächelt mich freundlich an und reicht mir seine Hand. Dann legt er den Arm um mich und der Fotograf schießt ein Foto. Bevor die Mitarbeiter mich wegjagen, gebe ich Billy den langen Fanbrief. Er freut sich sehr darüber und würde ihn am liebsten gleich lesen, doch wieder geht einer vom Staff dazwischen.
Als ich wieder rauskomme, denke ich immer noch, ich träume. Ich kann nicht glauben, wem ich da gerade begegnet bin. Während ich immer noch zittere, mache ich mich auf den Weg zum Costume Contest, der heute Abend stattfinden wird.
Moderiert wird der Contest von Mark und Craig. Als sie die Bühne betreten, toben die Fans. Schnell wird klar, dass die beiden mehr als Freunde sind - jeder spürt sofort das unsichtbare Band, dass sie verbindet. Sie albern herum und bringen die Fans zum Lachen.
Die wunderschönen und beeindruckenden Kleider, die von den Fans selbst hergestellt wurden, ernten großen Beifall. Besonders der als Sauron verkleidete junge Mann sieht aus, als sei er dem Film entstiegen.
Nachdem Mark und Craig eine dreiviertel Stunde überzogen und damit das Programm erneut ins Wanken gebracht haben, beginnt das zweite Panel mit Billy. Sofort strömen die Fans zu den Mikrofonen, um ihre Fragen loszuwerden.
Am Abend zuvor hatten einige Fans gemeint, Billys schottischer Akzent sei total süß. Damit er bloß nicht glaubt, die Fans würden ihn nur wegen seiner Stimme mögen, versicherte ein Mädchen ihm, dass er ein toller Schauspieler ist und ein wundervoller Mensch.
Ich traue mich noch nicht so richtig. Dann denke ich mir, Billy ist doch auch nur ein Hobbit und stelle mich hinter den wartenden Fans am Mikrofon an. Einer vom Staff kommt zu uns runter und sagt nochmal, dass es verboten ist, nach Autrogrammen, Fotos, Umarmungen oder Küssen zu fragen.
Bald bin ich dran. Ich trete ans Mikrofon und versuche, mich an meine Frage zu erinnern. Ich begrüße Billy so freundlich wie möglich und frage ihn, welcher Schauspieler ihn während der Dreharbeiten am meisten inspiriert hat.
Während ich ins Mikrofon spreche, ist in dem verdunkelten Saal ein Scheinwerfer auf mich gerichtet. Während ich da also vor schätzungsweise 3000 Fans stehe und auf der Großleinwand erscheine, soll ich kurz und verständlich und in möglichst perfektem Englisch meine Frage langsam und laut ins Mikrofon sagen - alles klar ...
Billy meint, jeder Schauspieler habe ihn inspiriert und es sei schwer, einen auszusuchen (Originalantwort unten !).
Billy ist total beeindruckt, wie gut wir Englisch sprechen und freut sich über unser Kommen. Er erzählt einige witzige Geschichten vom Set und über die Premierentour im letzten Dezember. Während der Europapremiere in Berlin hatte Dom den anderen Schauspielern die Stadt zeigen wollen, aber weil ihn niemand leiden kann, sei keiner mit ihm gekommen ...  Natürlich meint Billy diese wenig liebsamen Reden über seinen Kollegen nicht ernst. Trotzdem bringt er die Fans zum Lachen.
Nach Billy kommt Thomas Robins die große Bühne. Thomas ist zwar in England geboren, aber lebt in Neuseeland, seitdem er ein Jahr alt ist.  Peter Jackson kannte er bereits aus "Heavenly Creatures", leider wurde sein Part aus der Kinofassung geschnitten.
Zunächst wirkt Thomas fast schüchtern und zuckt leicht zusammen, als die Fans ausrasten. Als er merkt, dass wir ihn gern haben, legt er los. Zunächst bitten einige Fans ihn darum, einfach etwas von sich zu erzählen. Gut gelaunt berichtet Thomas von seiner Zusammenarbeit mit Andy Serkis, von Neuseeland und Fran Walsh.
Als wir ihn nach Deutschland fragen, erzählt er von wahnsinnigen Taxifahrern, verrückten Fenstern und durchgeknallten Fans. Während man in Neuseeland eher ruhig und langsam Auto fährt, rasen die Deutschen locker mit 200 über die Autobahn. Im Taxi zum Hotel sei ihm Angst und Bange geworden, ob er heil in Bonn ankommt.
Thomas ist total begeistert von den deutschen Fans und meint, wir seien alle total verrückt (womit er nicht Unrecht hat ; )). In Neuseeland werde ihm sicher niemand glauben, wie durchgeknallt die deutschen Fans sind.
Die Fans haben den freundlichen Thomas sofort in ihr Herz geschlossen. Immer neue Fragen fallen uns ein und ich überlege die ganze Zeit, wie man zwei Stunden über eine einzige Szene reden kann.
Bevor er wieder hinter der Bühne verschwindet, zeigt Thomas uns eine Parodie auf die Trilogie: "The Lord of the Burger Rings". Der junge Schauspieler hat das Drehbuch selbst verfasst, Regie geführt und sogar schon einen Preis dafür bekommen: Bei den Australasien Awards belegte er den ersten Platz. Außerdem ist er in die neuseeländische Horror-Serie "Freaky" involviert.
Nach dem Panel gehe ich im Hotel noch etwas trinken. Dann treffe ich mich mit einigen Fans zum Jonglieren im Foyer. Währenddessen lauschen wir der Musik von Shelmish, die an diesem Abend auf der großen Mittelerde-Party spielen. All diese vielen Hobbits, Elben, Zauberer und Zwerge friedlich Tanzen zu sehen, ist schon toll.
Um kurz nach elf Uhr fahre ich zurück ins Hotel und falle sofort ins Bett.
Am nächsten Morgen stehe ich früh auf, um pünktlich um zehn Uhr zum Vortrag von Stefan Servos über seine Zeit in Neuseeland im Hotel zu sein. Dank der sagenhaften U-Bahnverbindung sonntagsmorgens in Bonn bekomme ich von dem Vortrag leider nicht mehr viel mit.
Später schaue ich bei der Autogrammstunde vorbei und stelle mich schon mal an. Es dauert nicht lange, bis ich zu den Stars darf. Wir werden quer durch den Saal, vorbei an allen Schauspielern gelotst. 
Obwohl es eigentlich strikt verboten ist, die Stars in ein Gespräch zu verwickeln, sind sie immer offen für ein paar Worte. Besonders Billy interessierte sich wenig dafür, was die Leute vom Staff sagten, und wieß sie auch schon mal ordentlich zurecht. 
Während sich bei Craig alles staute, weil er durch seine freundliche Art und die Gespräche mit den Fans den ganzen Verkehr aufhielt, saß Mark Ferguson fast gelangweilt an seinem Tisch, unterhielt sich mit seinem Aufpasser und aß während der Autogrammstunde zu Mittag.
Als ich bei Jarl Benzon ankomme, fängt er an, etwas in mein Autogrammbuch zu malen. Während sein Aufpasser schon ganz böse guckt, zeichnet Jarl in aller Ruhe weiter. Schließlich setzt er noch sein Autogramm darunter und gibt mir das Buch zurück. Ich rätsele noch immer, was Jarl da gezeichnet hat ...
Nach der Autogrammstunde müssen die Fans den Saal räumen, damit das Hotel alles für das zweite Panel mit Bernard Hill herrichten kann.
Bald darauf erscheint der Brite gewohnt entspannt und gut gelaunt auf der Bühne und stellt sich den Fragen der Fans.
Der Saal tobt, als später Thomas Robins auf die Bühne kommt und den Ringfund mit einem Besenstiel als Gollum nachspielt. Er betont nochmal, dass ihm in Neuseeland niemand glauben wird, wie verrückt die Stimmung auf der Ring*Con war. Als ein Fan ihn danach fragt, was er demnächst für Pläne hat, verspricht Thomas uns, dass er nächstes Jahr wieder kommt.
Kurz nach vier Uhr beginnt die Closing Ceremony. Marc B. Lee dankt allen Fans für ihr Kommen und überrascht uns nochmal mit einem gelungenen Programm. Die Schwertkämpfer zeigen, was sie in den letzten drei Tagen gelernt haben und der Zweitplatzierte von "Star Search" bringt eine Parodie auf die Filme. Da Peter Jackson heute Geburtstag hat, singen alle Fans einschließlich Marc "Happy Birthday" für den neuseeländischen Regisseur.
Nach und nach kommen alle Tolkien-Experten, Schauspieler und einige Mitarbeiter auf die Bühne, um einige Worte an die Fans zu richten. Bernard Hill musste leider schon früher weg und konnte nicht mehr dabei sein. Doch alle anderen, einschließlich Billy, danken den Fans für ihr Kommen und meinen, die Atmosphäre sei fantastisch gewesen. Bis auf Billy versprechen alle Stars, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
Zum Schluss bekommen wir noch einige Informationen bezüglich der Ring*Con 2005 in Fulda und Marc weist uns daraufhin, ins Internetforum zu schreiben, wie es uns gefallen hat, sobald wir zu Hause sind.
Nachdem wir einen kleinen Film über die diesjährige Ring*Con zu sehen bekommen haben, den fleißige Mitarbeiter buchstäblich über Nacht zusammengebastelt hatten, heißt es Abschied nehmen. Nach einem langen Applaus, der kein Ende nehmen will, müssen wir das Hotel räumen.
Die Ring*Con 2004 war einfach unglaublich. Die Schauspieler sind alle so tolle Menschen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man viel Spaß mit ihnen haben kann.
An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Stars, Tolkien-Experten, Workshophalter, das ganze Ring*Con Team und die vielen freiwilligen Helfer, die das Wochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Und natürlich an das Hotel Maritim, für den tollen Service und das gute Essen.
Die Ring*Con 2004 war einfach der Wahnsinn - und Karten für nächstes Jahr hab ich auch schon ; )
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