"Der Herr der Ringe"

                 1995 - 2004

        Die Entstehung der Trilogie      

                           

Alles beginnt bereits 1978, als der 17-jährige Filmfreak Peter Jackson eine Vorstellung der "Herr der Ringe" - Zeichentrickversion von Ralph Bakshi besucht. Was er in den nächsten zwei Stunden sieht, ist enttäuschend. Noch dazu bricht der Film mitten in der Geschichte ab. Neugierig, wie die Reise der Gefährten weiter geht, geht Peter in die nächste Buchhandlung und kauft sich den "Herrn der Ringe" von J.R.R. Tolkien. Während einer langen Zugfahrt nach Auckland verschlingt er den Roman geradezu und schwört sich, eines Tages einen guten Film daraus zu machen.

Die Jahre vergehen, Peter steht längst mitten im Berufsleben und dreht einen Horrorstreifen nach dem anderen. Die Idee, das Buch des Jahrtausends zu verfilmen, gerät in Vergessenheit.

Nach Abschluss der Dreharbeiten von "The Frighteners" will Peter sich 1995 einen anderen Wunsch erfüllen: Seitdem er als kleiner Junge "King Kong" gesehen hatte, träumte er davon, ein Remake des Klassikers von 1933 zu drehen. Er macht die Rechte ausfindig und schon bald steht der Vertrag mit Universal. Peter und seine Lebensgefährtin Fran Walsh werden das Drehbuch schreiben, die neuseeländische Special Effects Werkstatt WETA wird das Design übernehmen. Alles scheint perfekt.
Dummerweise ist der Kiwi nicht der Einzige, der mit übergroßen Kreaturen die Leinwand stürmen will. Roland Emmerich arbeitet zeitgleich an "Godzilla", Disney plant eine Neuverfilmung von "Mein großer Freund Joe". Angesichts der Konkurrenz sagt Universal ab, das Projekt "King Kong" ist vorerst gestorben.
Ein Schock für Peter Jackson und seine Crew. Nach Monaten der Arbeit war alles umsonst. Die von WETA angefertigten Modelle verschwinden in großen Kisten, die Drehbücher werden zugeklappt.

Plötzlich fällt Peter Jackson der "Herr der Ringe" wieder ein. Sein enger Freund und WETA-Gründer Richard Taylor ist begeistert von der Idee, das Epos zu verfilmen. In Betracht des rund 1400 Seiten starken Romans sollen zwei Filme entstehen. Ein Geldgeber ist rasch gefunden: Die Brüder Bob und Harvey Weinstein sind bereit, die beiden Filme zu finanzieren.

Im Hause WETA wird die Arbeit wieder aufgenommen, Gesichter und Kreaturen entstehen, und schon bald sind erste Modelle vorzuweisen. Das Drehbuch verfassen Peter und Fran. Später sollen sie noch auf Philippa Boyens treffen, die sie in die Arbeiten einbeziehen werden.

Bereits im Mai 1997 wird Sean Bean für die Rolle seines Lebens verpflichtet. Im Frühjahr 1998 werden John Howe und Alan Lee engagiert. Im Internet kursiert derzeit das Gerücht, Peter Jackson würde in Zusammenarbeit mit Miramax den "Kleinen Hobbit" verfilmen. Die Fans wagen im Traum nicht, an den "Herrn der Ringe" zu denken. Ende Januar wendet sich Peter Jackson erstmals an seinen offiziellen Fanclub. Doch verrät er nichts von seinem Vorhaben, sondern meint nur, man solle nicht alles glauben, was man liest. Statt sie zu beruhigen, macht er seine Fans nur noch unruhiger.

Im Mai erscheinet eine kuriose Anzeige in der Wellingtoner Tageszeitung. Für ein geheimes Projekt werden Leute unter 1,27 m und über 2,03 m gesucht. Für die Fans ist der Fall klar: Peter Jackson verfilmt den Hobbit.
Im Juni rückt Miramax damit heraus, dass sie nur noch bereit sind, einen Film zu finanzieren. Da Peter Jackson sich beim besten Willen nicht vorstellen kann, 1400 Seiten in einen Film zu packen, erteilt er dem Megakonzern kurzerhand eine Absage. "Der Herr der Ringe" ist bis auf weiteres auf Eis gelegt, die Arbeiten werden eingestellt, alle Mitarbeiter müssen entlassen werden.

Jetzt gilt es, schnellstens einen neuen Geldgeber zu finden. Es hagelt Absagen, kein Konzern ist bereit, zwei Filme auf einmal zu produzieren. Die letzte Hoffnung ist New Line Cinema. Mit einem Demoband von rund 36 Minuten unterm Arm, trifft Peter sich mit dem Vorsitzenden Robert Shaye. Der ist sofort Feuer und Flamme - und geht sogar noch weiter: Nach dem Treffen meint er zunächst: "Warum wollen Sie zwei Filme machen ?" Peter sieht seinen Traum schon dahinschwinden. Doch dann die Erlösung: "Es sind drei Bücher - wir werden drei Filme machen !"

Wenige Tage später steht Robert Shaye vor den Türen von WETA, um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Entscheidung richtig war. An der Wand hängen blutverschmierte Masken und gruselige Poster von Jackson`s vorherigen Filmen. Während Robert sich nochmal verinnerlicht, wem er da gerade 365 Mio. Dollar gegeben hat, um drei unverfilmbare Bücher auf einmal zu verfilmen, zeigt Richard Taylor ihm die ersten Entwürfe und fertiggestellten Modelle und schafft es, ihn endgültig zu überzeugen.

Am 24.August ist es endlich offiziell: New Line Cinema gibt bekannt, dass sie zusammen mit Peter Jackson den "Herrn der Ringe" verfilmen werden, dass sie den Bestseller in drei Filme unterteilen und die Dreharbeiten in Neuseeland stattfinden werden - und das überhaupt das größte Filmereignis aller Zeiten bevorsteht. Wenige Tage später gibt Peter Jackson auf seiner Lieblingsfanpage das erste Interview.

Anfang 1999 sind Fran und Peter mit den ersten beiden Drehbüchern fertig und sitzen über dem dritten. Unterdessen werden per Anzeige Leute, die gut reiten können, für ein "geheimes" Projekt gesucht - wobei mittlerweile halb Wellington wissen dürfte, worum es sich dabei handelt.

Überhaupt laufen die Castings auf Hochtouren. Im April findet ein Vorsprechen für 15.000 Statisten statt, auch über die Besetzung der Hauptrollen macht die Crew sich so langsam Gedanken. Das Internet quillt beinahe über vor Gerüchten. Angeblich soll Sean Connery für eine Rolle in dem Epos vorgesprochen haben.
Am 9.Juni geht die offizielle Homepage zum Film online und schafft so ein Portal für die Fans.

Etwa vier Wochen später unterzeichnet Elijah Wood den Vertrag für die Rolle des Frodo. Wenn er wüsste, worauf er sich da eingelassen hat ... Nach und nach finden sich die Schauspieler für das Epos. Bald wurde auch John Rhys-Davies verpflichtet. Doch nicht etwa die Zeitungen oder mächtigen Fernsehsender erfahren zuerst davon - John erzählte es einem Fan, der den Briten zufällig auf dem Flughafen getroffen hat.

Seit dem 24. September trainieren Billy Boyd, Dominic Monaghan, Sean Astin und Elijah Wood fleißig für ihre Rollen. Vormittags stehen Fitnesscenter und Sprachtrainig auf dem Programm, später geht`s zur Kostümanprobe. Schließlich sollen die Kostüme rechtzeitig fertig werden.

Am 11.Oktober 1999 geht es endlich los - und was nun folgt, ist Geschichte ...

 

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!